Forschungsprojekte

Laufende Forschungsprojekte

Die Filme von Alain Resnais: Reflexionen auf das Kino als unreine Kunst

(Buchprojekt; Sophie Rudolph, 2012 erschienen)

Filme wie „Hiroshima, mon amour“ (1959), „Mein Onkel aus Amerika“ (1980), „Herzen“ (2006) und „Vorsicht Sehnsucht“ (2007) zählen zu den bekanntesten Werken des französischen Regisseurs Alain Resnais. Er gilt als bedeutender Regisseur der Nachkriegszeit und als wichtiger Vertreter der Nouvelle Vague. Sophie Rudolph präsentiert das Filmschaffen des französischen Regisseurs Alain Resnais (geb. 1922 in Vannes, Bretagne) als systematische Erforschung des Kinos als unreine Kunst. Ähnlich dem Programm des französischen „nouveau roman“ begreifen sich Resnais Filme als „recherche du cinéma“, als eine Suche nach dem Kino, die von der Autorin in drei chronologischen Phasen nachvollzogen wird: Sie betrachtet die Filme des Regisseurs anhand von Fragen der Bildästhetik, der Narration und der Inszenierung. André Bazins Begriff des „cinéma impur“ zieht sich dabei als theoretische Leitidee durch die Analyse des filmischen Werkes eines der wichtigsten Regisseure der Nachkriegszeit. Mit diesem Ansatz gelingt es, einen Bogen von den frühen Essayfilmen über die literarischen Spielfilme bis zu den aus dem Boulevardtheater inspirierten populären Komödien neueren Datums zu spannen. 

 

Buchmarketing

(Buchprojekt; Sophie Rudolph, Jana Baumgartner, Anna Pirhofer, Vincent Kaufmann, Abschluss 2013)

Mit diesem Projekt werden zentrale Entwicklungen im Marketing der Buchbranche beleuchtet und anhand unterschiedlicher Mediennutzungen in Praxisbeispielen abgebildet. Die geplante Publikation setzt mit neuen Trends verbundene Schwerpunkte in den Bereichen: Markenpotenzial der Buchbranche, Buchmarketing in Fernsehen und Internet (insbesondere in den Sozialen Medien), Verfilmung von literarischen Werken als Marketing für Buchverlage. Ziel der Publikation ist die Ableitung von Handlungsimplikationen unter multimedialen und digitalisierten Marktbedingungen.

 

Die Kultur des Geständnisses – Autorschaft und Autorität im Medienwandel

(Buchprojekt; Vincent Kaufmann)

Wie bestimmen neue Medienrahmenbedingungen (Hegemonie der „Videosphäre“, digitale Dispositive) neue Positionen, Typen und Figuren des Autors und dessen Autorität? Wie tragen audiovisuelle und digitale Medien insbesondere zu einer Hegemonie der Kategorien der Autobiographie oder der Selbstdarstellung bei? Welche neuen Formen der Autorschaft und der Autorität entstehen mit der Netzwerkkultur? Dieses Projekt ist Teil des KIM-Forschungsverbundes Subjektivität und kulturelle Ordnung.

 

Theorie und (Auto)Biographie

(Publikation; Vincent Kaufmann in Zusammenarbeit mit Dieter Thomae und Ulrich Schmid, SHSS-UNISG).

Theorie als Autobiographie, Autobiographie als Theorie; Untersuchungen zu der Prägung der Theorie durch Subjektivität (z.B. bei Guy Debord, Roland Barthes, Walter Benjamin, usw.). Dieses Projekt ist Teil des KIM-Forschungsverbundes Subjektivität und kulturelle Ordnung.

 

Ökonomien der Adaption - neue Perspektiven auf Literaturverfilmungen

(Sophie Rudolph)

Die Analyse von Literaturverfilmungen zielt immer noch zum grossen Teil auf den Vergleich von Spielfilmen mit ihren literarischen Vorlagen ab. Neuere Studien versuchen, über die (literarischen und filmischen) Texte hinaus zu gehen und untersuchen Adaption als eigenständige kulturelle Form. Der Fokus verschiebt sich vom Produkt zum Prozess der Adaption und richtet den Blick auf die Industrie und ihre Stakeholder. Dieses Projekt folgt der aktuellen theoretischen Entwicklung und gibt einen Überblick über den aktuellen Literaturverfilmungsmarkt, wobei akademische Konzepte mit industriellen Praktiken konfrontiert werden.

 

Medienkultur und Unternehmenskultur im medientechnologischen Wandel

(Dissertationsarbeit; Jana Baumgartner, Abschluss 2014)

Das Forschungsprojekt untersucht die Beeinflussung der Unternehmenskultur von deutschsprachigen Publikumsverlagen durch die Medienkultur. Die Unternehmenskultur gilt als stabil und gewachsen. Sie kann in Zeiten des medientechnologischen Wandels Anpassungen an dynamische Umweltveränderungen ebenso ermöglichen wie erschweren. Der medientechnologische Wandel hat jedoch nicht nur ökonomische Auswirkungen auf Publikumsverlage, sondern er beinhaltet auch eine kulturelle Dimension – die Medienkultur. Ziel der Arbeit ist es daher, der Medienkultur eine gesonderte Beachtung in Bezug auf die Unternehmenskultur zukommen zu lassen, um neue theoretische und praktische Erkenntnisse zu gewinnen. Dieses Projekt wurde 2012 und 2013 durch die Waldemar-Bonsels-Stiftung finanziell unterstützt.

 

Autobiographie und neue Medien

(Dissertationsarbeit; Noémie Christen)

Bei den neuesten Entwicklungen im Bereich der Autobiographie stehen zwei miteinander verbundene Prozesse im Vordergrund: einerseits die Inszenierung des privaten und intimen Lebens, andererseits der Einsatz neuer Medien, entweder in Form von Intermedialität oder mit der Wahl von neuen Trägern (z.B. Blogs). Dieses Projekt ist Teil des KIM-Forschungsverbundes Subjektivität und kulturelle Ordnung.

 

Das kulturelle Gedächtnis im Medienwandel

(Dissertationsarbeit; Ulrike Gärtner)

Ausgehend vom Begriff des kulturellen Gedächtnisses als wesentlicher Bestandteil des Diskurses zu kulturellen Erinnerungsformen und kollektiver Identitätsstiftung untersucht das Dissertationsprojekt Implikationen sich ändernder Eigenschaften und Funktionen von Gedächtnismedien auf die Ausprägung von Erinnerungskultur in der Gegenwart. Die Untersuchung erfolgt entlang der „zwei Seiten“ des Gedächtnisses - Gedächtnis als hypomnésis und anamnésis - und nimmt anschliessend die gewonnenen Erkenntnisse der beiden Seiten auf, um Aussagen zu etwaigen Auswirkungen auf die gegenwärtige Erinnerungskultur machen zu können. Für diese Analyse werden verschiedene disziplinspezifische Zugänge verwendet und zueinander in Beziehung gesetzt  (insbesondere technikphilosophische, medienwissenschaftliche und kulturwissenschaftliche Zugänge).

 

Weitere und bereits abgeschlossene Forschungsprojekte entnehmen Sie bitte den Internetseiten der Institutionen.